Universität Wien
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

240513 SE (Post-)Kolonialität in Neuseeland/Aotearoa (P3) (2023S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit!

Die Lehrveranstaltungsleitung kann Studierende zu einem notenrelevanten Gespräch über erbrachte Teilleistungen einladen.
Plagiierte oder erschlichene Teilleistungen führen zur Nichtbewertung der Lehrveranstaltung (Eintragung eines 'X' im Sammelzeugnis). Es kommt die Plagiatssoftware Turnitin zum Einsatz.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung soll nach Möglichkeit in Präsenz durchgeführt werden. Aufgrund der jeweils geltenden Abstandsregelungen und anderer Maßnahmen kann es zu Anpassungen kommen.

  • Dienstag 14.03. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 28.03. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 25.04. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 09.05. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 16.05. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 06.06. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock
  • Dienstag 13.06. 11:30 - 14:45 Seminarraum D, NIG 4. Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Seminar erarbeiten wir die vielfältigen Aspekte von Kolonialität und Postkolonialität in Neuseeland/Aotearoa und beleuchten die Bedeutung der Kolonialgeschichte für die neuseeländische Gesellschaft bis hin zur Gegenwart. Von spezifischer Bedeutung ist hier der „Treaty of Waitangi“/„Te Tiriti o Waitangi“, mit dem 1840 die koloniale Aneignung Neuseelands durch Großbritannien festgeschrieben wurde. Wir beschäftigen uns sowohl mit historischen Aspekten wie den Rahmenbedingungen der Vertragsunterzeichnung, mit konfligierenden Weltbildern und Vorstellungen von Land(besitz), oder auch mit dem Aspekt der Intersektionalität im Kampf der Māori-Frauen um Gleichstellung gegen die britische Kolonialmacht. Wir beleuchten, wie auf Basis des Vertrages Rechte der Māori heute diskutiert und Fragen von Restitutionsbestrebungen ausverhandelt werden, wobei in der jüngeren Vergangenheit zunehmend Forderungen nach Wiedergutmachung und Aussöhnung von den Māori erhoben werden, unter dem Schlagwort „Reconciliation“. Ein weiteres Thema ist die koloniale Sammeltätigkeit, die in gegenwärtigen Rückgabeforderungen der Māori von „sensiblen“ Sammelobjekten resultiert, die heute zunehmend restituiert werden, auch von österreichischen Museen. Wir beschäftigen uns mit gegenwärtigen Konfliktlinien in Neuseeland/Aotearoa, wie Fragen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Erfahrungen von Rassismus, Diskriminierung und Ungleichheit, bis hin zu Debatten um indigene Rechte versus Biocolonialism.
Methode: Zu Beginn allgemeine Einführung zu grundlegenden Inhalten durch die LV-Leiterin, unterstützt durch die Erarbeitung allgemeiner Pflichtliteratur; anhand von vorgegebenen Themenfeldern samt wissenschaftlicher Einstiegs-Literatur erfolgt die Aufarbeitung unterschiedlicher Themen durch die Studierenden (alleine, ev. in der Gruppe), auf Basis von Recherche und Aufarbeitung weiterer Fachliteratur, Hier besteht auch die Möglichkeit, empirische Materialien in die Analyse einzubeziehen, die passend zur gewählten Thematik selbstständig recherchiert und aufgearbeitet werden, etwa Analyse von Dokumenten, (Medien-)Berichterstattung, Internetpräsenzen. Weiters Referate und Präsentationen, Gruppenarbeiten, Plenar-Diskussion.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Anwesenheit und Mitarbeit (prüfungsimmanente LV),
- Aufarbeitung und Kenntnis der allgemeinen Pflichtliteratur,
- Referat/Präsentation (Einzelarbeit, ev. Gruppe), basierend auf themenspezifischer Recherche, samt Konzepterstellung
- Regelmäßige Berichterstattung über die Arbeitsfortschritte
- Schriftliche Abschlussarbeit.
Erlaubte Hilfsmittel: wissenschaftliche Literatur sowie empirische Materialien samt Referenzierung.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Grundlegende Kenntnisse der Usancen des wissenschaftlichen Arbeitens in der KSA.
Mindestanforderung ist die Einhaltung der Anwesenheitspflicht; weiters muss für jede einzelne beurteilungsrelevante Teilleistung mindestens die Hälfte der dafür vorgesehenen Punkteanzahl erreicht werden.
Tolerierte Abwesenheit: entschuldigte Abwesenheit von 3 x 1,5 Stunden ist zulässig (Voraus-setzung: schriftliche Entschuldigung, möglichst vorab).

Beurteilungsmaßstab:
Für alle beurteilungsrelevanten Teilleistungen sind insgesamt 100 Punkte zu erreichen:
• Aktive Mitarbeit inkl. Einhaltung von Abgabeterminen: 10 Punkte
• Referat samt Zwischenbericht/Konzept und Handout 45 Punkte
• Abschlussarbeit 45 Punkte

Notenschlüssel:
• 89–100 Punkte = 1 (Sehr gut)
• 76–88 Punkte = 2 (Gut)
• 63–75 Punkte = 3 (Befriedigend)
• 51–62 Punkte = 4 (Genügend)
• 0–50 Punkte = 5 (Nicht genügend)

Beurteilungskriterien sind
• die fristgerechte Erfüllung aller Teilleistungen,
• die Vollständigkeit, inhaltliche Qualität und formale Korrektheit der Teilleistungen.
• Bei der mündlichen Mitarbeit Quantität und Qualität der Beteiligung, die aktive Teilnahme an Gruppenarbeiten.
• Bei den schriftlichen Teilleistungen wird besonderer Wert gelegt auf die wissenschaftliche Herangehens- und Arbeitsweise sowie Inhalt und Form (Rechtschreibung, Zitationsweise etc.).
Die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis wird als unabdingbar vorausge-setzt.

Prüfungsstoff

Mitarbeit und Teilnahme an den Diskussionen in der Plenarphase; mündliche Präsentationen/Referat, schriftliche Abschlussarbeit entsprechend den Vorgaben; LV-Inhalte und Unter-lagen.

Literatur

Came, Heather/Doole, C./McKenna, B./McCreanor, T. 2018. Institutional racism in public health contracting: Findings of a nationwide survey from New Zealand. In: Social Science & Medicine 199 (2018), pp. 132–139.
Hickford, Mark. 2011. Lords of the Land. Indigenous Property Rights and the Jurisprudence of Empire, Oxford University Press.
Hill, Richard S. 2012. People, land and the struggle for rangatiratanga/autonomy in New Zealand. In: Identities, Vol. 19, No. 1, 26–42.
Kawharu, Margaret. 2018. The ‘Unsettledness’ of Treaty Claim Settlements. In: The Round Table, Vol. 107, No. 4, pp. 483–492.
Macdonald, Charlotte. 2015. People of the Land, Voting Citizens in the Nation, Subjects of the Crown: Historical Perspectives on Gender and the Law in Nineteenth-Century New Zea-land. In: law&history, 2, 2015, p. 32-59.
Mutu, Margaret. 2019. ‘To honour the treaty, we must first settle colonisation’: the long road from colonial devastation to balance, peace and harmony. In: Journal of the Royal Society of New Zealand, Vol. 49:sup1, pp. 4-18.
Rocha, Zarine L./Webber, Melinda (eds.). 2017. Mana Tangatarua. Mixed heritages, ethnic identity and biculturalism in Aotearoa/New Zealand, London: Routledge.
Stoecker, Holger/Schnalke, Thomas/Winkelmann, Andreas (Hg.). 2013. Sammeln, Erforschen, Zurückgeben? Menschliche Gebeine aus der Kolonialzeit in akademischen und musealen Sammlungen. Berlin: Ch. Links Verlag.
Sullivan, Ann. 2017. Politics, Indigenous Rights and Resource Ownership: Māori Customary Rights to the Foreshore, Seabed and Fresh Water in New Zealand. In: Studies in Arts and Humanities Vol 3, Issue 2 (2017), pp. 39–58.
Van Meijl, Toon/Goldsmith, Michael. 2007. Colonial grievances, justice and reconciliation in the Pacific. In: Le Journal de la Société des Océanistes, Vol. 125, No 2: 201-207.


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 21.02.2023 13:08